LKT Team Brandenburg

team of week

AUF DER ANDEREN SEITE DER GOLDMEDAILLE. 

Diese Woche machen wir einen Ausflug in den Profi-Radsport mit dem LKT Team Brandenburg.
Ein Radsport Team, dass den Weg ganz nach oben geschafft hat – über viele, abertausende Serpentinen voll Kraft, Anstrengung und langem Atem. 
Ein wichtiges Ritzel dabei, die Positionierung: LKT Team macht es ziemlich smart und fährt im Windschatten, genau in der Lücke zwischen Junioren- und Profibereich. Das ist Nachwuchsarbeit auf professionellem Niveau und wird mit 60-80 Bewerbungen pro Jahr quittiert. Momentan haben es 13 Fahrer ins Team geschafft. Jeder mit dem Traum Profiradfahrer zu werden.

Spricht man vom LKT Team, spricht man von Olympia.
Mit der Lage am Olympiastützpunk in Brandenburg fängt es an. Das stetige Ziel: Ein Kaderschmiede für die Nationalmannschaft und die Olympischen Spiele.
Der Hauptsponsor ist seit fast zehn Jahren mit an Bord – vielleicht auch, weil man sich, schon ein Jahr nach Gründung, die olympische Silbermedaille um den Hals hängen konnte.

Hier pushen erfahrene Fahrer die junge U23 in Ausdauer, Verfolgung und schließlich auf der Bahn. Der erste Schritt an die Sportspitze fängt mit der Erkenntnis an, dass es ein verdammt langer Weg wird.
Manager Steffen Blochwitz kennt diesen langen Weg. Er weiß um die Schwierigkeit einer richtigen Balance zwischen sportlichen und wirtschaftlichen Entscheidungen. Wenn man seinen Background hört, dann beginnt man zu verstehen: neben einigen Siegen auf der Straße und der Bahn, hat er sich einen Weltmeistertitel und eine Silbermedaille bei Olympia völlig zurech verdient und hart erarbeitet. Das sind doch mal Meilensteine im Lebenslauf eines Managers.

Sebastian WOTSCHKE ( GER / LKT Team Brandenburg ) beim Einzelzeitfahren der Deutschen Meisterschaften in Straufhain 2016 - Aktion - Rennszene - Querformat - quer - horizontal - Event/Veranstaltung: Deutsche Meisterschaften im Zeitfahren Maenner - Straufhain to/nach Straufhain 41.0 km - Location/Ort: Germany/Deutschland - Europa/Europa - Date/Datum: 24.06.2016

Sebastian WOTSCHKE ( GER / LKT Team Brandenburg ) beim Einzelzeitfahren der Deutschen Meisterschaften in Straufhain 2016.

Und das zahlt sich offensichtlich aus. Denn viele Erfolge gibt es. In jedem Jahr kämpft sich erfolgreicher Nachwuchs aus dem Juniorenbereich in die Lücken, die gut ausgebildete Rennfahrer hinterlassen, wenn sie einen Vertrag bei großen Teams bekommen. Im nächsten Jahr erhalten  zum Beispiel die LKT-Talente Max Kanter und Leon Rohde beim Giant-Alpecin Team eine Chance auf eine „echte“ Profikarriere und den Starts bei den großen Rundfahrten.

Aber auch Trainer nutzen das Sprungbrett LKT. Sebastian Deckert wurde vom LKT-Team während seines Studiums zum Sportwissenschaftler begleitet und unterstützt. Er dankte es als Trainer mit modernen Trainingsansätzen, einer motivierten Truppe und sehr schönen Erfolgen. Als einer der Besten Absolventen beendete Sebastian im Oktober  sein Studium an der ESAB in Potsdam und wurde ebenfalls vom Giant-Alpecin Team verpflichtet und trainiert im kommenden Jahr mit seinen erst 26 Jahren gestandene Profis in der World-Tour. Für Manager Steffen Blochwitz ein Ritterschlag, aber auch wieder die Herausforderung die Lücken zu schließen.

Trotz Trainerwechsel wird also nie stillgestanden. Beim ewige Kreislauf vom Amateur zum Profi ist eine richtige Winterpause mit heißem Tee und Lebkuchen nicht erlaubt: die Winterbahn-Saison folgt quasi nahtlos auf den vollen Sommer. Im Dezember wird bei den deutschen Meisterschaft angetreten und im Frühjahr geht’s dann schon wieder ab nach Bella Italia, Griechenland und Kroatien in die Trainingslager. Schöne Ziele, aber ganz schön viele und wir fragen uns, wieviele Kilometer die Jungs da pro Jahr runterstrampeln. Bei der Antwort bleibt einem der Mund offen stehen: 25.000 – 30.000 Kilometer! In eineinhalb Jahren wird quasi der Äquator umfahren. Hoppla!

dsc_9325Wer so viel Strecke im Jahr macht, der hat wenig Zeit für andere Nebensächlichkeiten, wie Nächte durchfeiern oder die Uni. Das ist natürlich ein sensibles Thema, fünf Sportler aus dem Team sind noch in der Schule. Um die Balance zwischen Spitzensport und Ausbildung zu halten, muss Rücksicht genommen werden. Nicht selten müssen sich die Junioren zwischen Leistungssport und zeitintensiven Studium entscheiden. Eine Alternative: Man versucht in seinem Leistungssport, auch beruflich Fuß zu fassen. Diese jedoch offensichtlich karriereprägende Entscheidung, von frischen Uni- oder Schulabsolventen zu erwarten, ist nicht zu unterschätzen.

„Du kannst nur erfolgreich werden, wenn du dauerhaft Spaß am Radfahren hast.“ sagt Manager Steffen mit einem Augenzwinkern; und meint es trotzdem ernst, „Wir haben uns für einen der zeitaufwendigsten Sportarten, die es gibt, entschieden.“
Trotzdem Geil!

Alle Achtung – nicht nur wegen den ausserordentlichen Leistungen bis hin zum Olympiasieg, sondern auch wegen den ganzen Entscheidungen, die auf den Schultern der jungen Radrennfahrer lasten. Darum klopfen wir jedem der LKT Leistungssportler, anerkennend auf die Schulter und gratulieren dem LKT Team Brandenburg zum verdienten Team of the Week 44!

Ride on!

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